Neue Choreografie von Marco Goecke für das Stuttgarter Ballett

KAFKA

Marco Goecke kreiert in der Spielzeit 2016/17 – nach seinem märchenhaft-düsteren Nussknacker und seiner hochgelobten Adaption von Virginia Woolfs Orlando – seine dritte abendfüllende Arbeit für das Stuttgarter Ballett. Seit Goecke 2005 zum Hauschoreograph des Stuttgarter Balletts ernannt wurde, hat er sich mit seiner ganz eigenen kompromisslosen Tanzsprache zu einem der international gefragtesten Choreographen der Gegenwart entwickelt.
Marco Goecke bei der Arbeit mit Tänzern des Stuttgarter Balletts, Foto: Roman Novitzky
Zu einer Auftragskomposition des österreichischen Komponisten Johannes Maria Staud entsteht nun sein neues Stück für das Stuttgarter Ballett, in dem er sich mit Leben und Werk des berühmten Schriftstellers Franz Kafka auseinandersetzt. Die Parallelen zwischen der Erzählwelt des Schriftstellers und Goeckes Tanzkunst sind frappierend: Das Ausweglose, in die Welt Geworfene, Düstere, Alptraumhafte, sich vergeblich an den Normen Abarbeitende, Verängstigte, dem Kafka in zahlreichen Texten nachgegangen ist, zieht sich ebenso durch Goeckes Choreographien. Diese zeichnen sich durch fiebrige, vibrierende und energiegeladene Bewegungen aus, mit denen er das menschliche Bewegungsspektrum erforscht und eine unvergleichliche Intensität auf der Bühne heraufbeschwört. Die häufig düstere und emotionale Atmosphäre seiner Werke ist voller nachdenklicher Momente und wird zugleich immer wieder durch Goeckes ganz speziellen Humor durchbrochen. Dabei gelingt ihm ein mikroskopischer Blick auf den Körper und gleichzeitig gewährt er psychologische Einblicke in das abgründige Innere des Menschen – ein vielversprechender Ausgangspunkt für ein Aufeinandertreffen mit Kafkas komplexem literarischem Werk. Goeckes neues Kafka-Ballett befasst sich nicht nur mit dem literarischen Werk des Autors von so genialen wie verstörenden Erzählungen wie Die Verwandlung, sondern auch mit dessen faszinierender Persönlichkeit. Höchst gespannt sein darf man also auf diese Begegnung zweier seelenverwandter Künstler.
Weitere Informationen

Uraufführung ist am 30. Juni 2017 im Opernhaus Stuttgart.
Weitere Vorstellungen am 4./9./15./16. /18./23. (nm/abd) und 25. Juli;

www.stuttgarter-ballett.de

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