kultur innovativ

Kulturvermittlung für Menschen mit Demenz

Die Initiative RosenResli schafft es, über Kulturerlebnisse das emotionale Gedächtnis dementer Menschen anzusprechen und dadurch Brücken zur Vergangenheit zu bauen.

Die kleine Gruppe älterer Menschen, die in der Staatsgalerie Stuttgart vor einem mittelalterlichen Gemälde diskutiert, scheint sich nicht von anderen Besuchergruppen zu unterscheiden. Dabei sind die sieben Frauen und Männer, die sich an diesem kalten Wintertag im Museum eingefunden haben, Teil einer Hausgemeinschaft für Menschen mit Demenz. Sie bewohnen das Haus Veronika in Stuttgart, die erste Einrichtung, die sich am ungewöhnlichen Programm „Kunstvermittlung für Menschen mit Demenz“ beteiligt hat. Durchgeführt wird das bundesweit einmalige Museumsprogramm von der Initiative „RosenResli – Kultur für Menschen mit Demenz“. „RosenResli“ beruht auf einer Idee ausden USA. Dort organisiert ProfessorJohn Zeisel, Leiter einer Alzheimer-Stiftung, seit 2005 mit dem Museum of Modern Art (MoMA) in NewYork erfolgreich Museumsbesuche fürDemenzkranke. Mit dem Arbeitstitel „Artists for Alzheimers ( AfA) entwickelte das Büro „Rosenresli“,gemeinsam mit dem Professor John Zeisel, bei seinem Arbeitsbesuch Mitte Oktober 2006 in Stuttgart, ein für Deutschland einzigartiges Projekt für mehr Lebensqualität fürMenschen mit Demenz. Ein erstes Treffen mit dem Wissenschaftler überzeugte Hans-Robert und Florian Schlecht – es war der Startschuss für RosenResli. Deshalb haben sie vor drei Jahren Rosenresli gegründet, eine Initiative,die dementeMenschen mitKultur versorgt. Im Haus Veronika entstand schließlich das gemeinsame Konzept „Artists for Alzheimer“, also Künstler für Alzheimer. Dahinter steckt das Ziel, ein breites Kulturnetzwerk für Menschen mit Demenz zu entwickeln. Geholfen wird hier allen Betroffenen (auch deren Angehörigen) ihr Leben in Würde zu leben, sowohl in Heimen, Wohngruppen oder in der Familie. RosenResli schöpft bestehende kulturelle Ressourcen in der Kulturlandschaft und unterstützt engagierte Partner der Wohlfahrtsverbände, die Träger der Pflegeheime, die Kirchen und die Hilfsangebote der Interessenvertreter und ebenso das Ehrenamt. RosenResli organisiert und konzipiert dazu ein Programmangebot: Museum, Theater, Konzert, Oper, Ballett, Varieté und Literaturlesungen werden von Menschen mit Demenz, dank fürsorglicher Begleitung, besucht. Die Teilnahme am kulturellen Leben stellt für uns Menschen einen wesentlichen Bestandteil und eine wichtige Bereicherung in unserem Leben dar. So ist Kultur im biografischen Gedächtnis der Menschen – auch derer mit Demenz - gut erhalten und mit positiven Assoziationen besetzt. Hier steigt das Konzept ein, erreicht die Menschen bei Ihren Gefühlen. Aus fachlichen Erfahrungen ist bekannt, dass gerade Sinneserfahrungen besondere Zugänge zu Menschen mit Demenz ermöglichen, sie ansprechen und aktivieren können sowie angepasste Formen von Kunsttherapie und Musiktherapie. In der Erinnerungspflege werden zudem Sinneserfahrungen und der Kontakt mit bestimmten Milieus gezielt genutzt, um verschüttete Gedächtnisinhalte aus der Biographie der Menschen zu aktivieren. „RosenResli“ kümmert sich um den Programm-Aufbau und die Kooperation mit den Kulturschaffenden, bündelt die Institutionen, auch die Altenhilfe- und Selbsthilfe-Gruppen und Initiativen und schafft damit ein Netzwerk (Runder Tisch) und die notwendigen Rahmenbedingungen. Dazu kommt die Kommunikation mit allen gesellschaftlichen Gruppen im Politik- und Sozialbereich und nicht zuletzt mit den Kirchen.

Weitere Informationen:

RosenResli - Kultur für Menschen mit Demenz,
Danneckerstrasse 4, 70182 Stuttgart,

Rosen-Resligmx.net,

Fon 0711/4000465, mobil 0174/889 70 72

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