Engagierte Kulturinitiativen im Land

Theater. Leben. Lokstoff!

LOKSTOFF! verlässt das Theater als geschlossenen Raum und stellt seine Produktionen in die Zentren des öffentlichen Lebens. Durch die Vermischung von Realität und Theater macht LOKSTOFF! Kunst erlebbar und verändert so den Blick der Zuschauer auf die Plätze ihrer alltäglichen Umgebung.
Theater. Leben. Lokstoff!

LOKSTOFF! Theater im öffentlichen Raum besteht seit 2003 als eingetragener gemeinnütziger Verein und hat seinen Sitz in Stuttgart. Das Theater wurde von den Schauspielern Wilhelm Schneck, Kathrin Hildebrand und Andrea Léonetti gegründet, die bis heute die künstlerische Leitung innehaben. Entsprechend den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Projekte wird das Team ergänzt durch internationale Kollegen und Regisseure, bildende Künstler, Architekten, Grafiker und Kreative anderer Berufsgruppen. Das Konzept ist einfach und konsequent: man spielt in der Öffentlichkeit, an Orten, die jedermann zugänglich sind. Dennoch ist LOKSTOFF! kein Straßentheater. Die Themen kreisen um die Probleme und Herausforderungen einer urbanen Gesellschaft, in der sich die Menschen zunehmend voneinander, ihrer Arbeit, und dem öffentlichen Raum entfremden. Das Ensemble versteht dabei Theater - ähnlich wie im antiken Griechenland - als eine der ursprünglichsten, reichsten und universellsten Äußerungen des Menschen, und nutzt die schier endlose Vielfältigkeit dieses Mediums, um die geschlossenen Theaterräume zu verlassen und dort zu spielen, wo das Leben ist. Dort, wo das Spiel dem Raum, den Zuschauern, der Öffentlichkeit, den Passanten ohne Barrieren ausgeliefert sind. Dadurch entstehen während den Aufführungen immer wieder neue und spannende Interaktionen zwischen Akteuren und Zuschauern, ob gewollt oder nicht. Lokstoff sucht für seine Stücke immer besondere Orte, die den zeitgenössischen urbanen Alltag spiegeln, wo Architektur und Infrastruktur das Leben bündeln und Menschen aufeinander treffen. Theater einmal nicht als losgelöste, idyllische Trauminsel, sondern mitten in der Alltagsrealität, in der Perspektive auf „gelebte Tage“ und mit besonderem Fokus auf alltägliche Begegnungen, auf Lebensziele, Kreuzungen, das Schöne, das Hässliche, das Glitzernde und Schäbige unserer Welt. Ab 4. April steht William Shakespeares „Hamlet“ in der Regie von André Rößler auf dem Fahrplan des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Tödliches Duell in der Kleinen Schalterhalle, königlicher Empfang im Betriebs-Bistro, Spionage beim Liebeständeln zwischen Gleis 7 und 8 – Für den wohl berühmtesten Psychokrimi der Theatergeschichte wird der Bahnhof zum Ambiente und zum Mitspieler gemacht. Als urbaner Ort der Begegnung von Menschen, Geschichten und Schicksalen wird er zum Transit für die sich rasant zuspitzende Geschichte um den jungen Dänenprinzen Hamlet, gespielt von Maximilian Grill. Das Publikum folgt dem Spiel der Ereignisse auf einem Gang durch das gesamte Verkehrsbauwerk Hauptbahnhof. Das flüchtige Zusammentreffen mit den Reisenden wird zum Teil der Szenerie und zum Spiegelbild der Isolation von Hamlet als Protagonisten einer modernen urbanen Jugend, schwankend zwischen Handlung und Passivität. André Rößler inszeniert „Hamlet“ im Stuttgarter Hauptbahnhof als außergewöhnliche Reise durch ein Schauspieldrama über Plan und Irrtum, als Odyssee durch Mord und Rache, Liebe und Verrat.

Ort: Hauptbahnhof Stuttgart, Startpunkt Kleine Schalterhalle am Nordausgang. Termine: 04.04. Premiere, 22./23. Mai, 06./07. und 20./21. Juni, 04./05. und 18./19. Juli, 19./20. und 26./27. September, Beginn: 20.15 Uhr.

Karten und weitere Informationen: Theater im öffenltichen Raum e.V., Kleine Königsstr.7, 70178 Stuttgart, Fon 0711/6456610 und unter www.lokstoff.com

*Die Vorlesefunktion nutzt Voice Reader Web von linguatec.de

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