Zu Anfang hatte sich die Sparkasse zum Ziel gesetzt Möglichkeiten und Formen der Begegnung für Menschen mit Kunst zu schaffen. Mit regelmäßigen Kunstausstellungen, die seit 1972 zum Programm gehören, begann das Engagement der KSK für die bildende Kunst und zugleich die Geschichte einer der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst im deutschen Südwesten. Eine Kunstsammlung aufzubauen war in der Kreissparkasse ursprünglich nicht geplant gewesen. Sie entwickelte sich quasi nebenbei als Folge der Kunstausstellungen. Wichtige Impulse für die Ankäufe gaben die Mitarbeiter, vor allem die, welche im Ausstellungsraum ihre Arbeitsplätze hatten. In der ausstellungsfreien Zeit wurden sie sich der leeren Wände bewusst und fragten nach Bildern. Als ein schöner Grundstock da war, kam die Idee auf, eine regelrechte Sammlung aufzubauen. Die Kunstbegeisterung des Vorstandsvorsitzenden (1971-1998) Dr. Karl O. Völter, des Landrats Dr. Hans Peter Braun und des künstlerischen Beraters Günther Wirth schafften die Voraussetzungen diese Sammlung wachsen zu lassen. Eine Sammlung, die mehr sein will als ein Sammelsurium, muss sich auf ein bestimmtes Thema konzentrieren. Das der KSK bot sich wie von selbst an: zeitgenössische Kunst im deutschen Südwesten. Dies entspricht der Konzeption der Kunstausstellungen, in denen das aktuelle Geschehen in der Kunstszene regelmäßig vorgestellt wurde. Der Bezug zum südwestdeutschen Raum wurde immer großzügig ausgelegt. Auch hier lebende und lehrende Künstler von außerhalb, wie Rudolf Hoflehner oder Alfred Hrdlicka, zählten dazu. Gleiches gilt für alle hier ansässig gewesenen Künstler, wie Emil Cimiotti oder Roland Dörfler, auch wenn sie später wegzogen. Schwerpunkte bilden Werkblöcke zum Beispiel von Fritz Ruoff, Anton Stankowski, Georg Karl Pfahler oder Emil Kiess; Sammlungsblöcke wie die Rössingschule, die »Gruppe 11« oder die Karlsruher Schule sowie große Werkzyklen, etwa die Sintflut oder die Josefslegende von HAP Grieshaber. Bei der Auswahl der Werke konzentrierte sich die KSK auf Arbeiten traditioneller Kunstmedien: Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Plastik. Auch zwei Serien Künstlerfotografien – ein Geschenk von Anton Stankowski – zählen dazu. Diesen tradierten Disziplinen entsprechen die Materialien und Werkzeuge wie Pinsel oder Stift, Farbe, Leinwand, Papier, Holz, Stein, Metall, Fotoapparat und Filmstreifen. (Nur einige wenige Arbeiten sind aus Acrylglas und Polyester.) Seit mehr als drei Jahrzehnten sammelt die KSK nunmehr »Zeitgenössische Kunst im deutschen Südwesten«. Diese selbst gewählte zeitliche und räumliche Beschränkung führte zu einer bemerkenswerten Dichte des Sammlungsbestands. Diese Konzeption gibt der Sammlung Profil. Sie dokumentiert einzigartig einen repräsentativen Querschnitt des Kunstschaffens im Südwesten seit Ende der Fünfzigerjahre. Die Werke aus nahezu fünf Dekaden sind ein Widerschein ihrer Zeit. Die Objekte der Sammlung werden nicht unter Galeriebedingungen ausgestellt. Sie hängen in Kundenräumen sowie in nicht öffentlichen Arbeitszimmern und Fluren. Sie müssen sich im Büroalltag behaupten. Dieses Eingebundensein in die Arbeitsatmosphäre schafft jedoch eine intensive Dialogsituation, die kein Museum bieten kann. Der Schwerpunkt der Sammlung, die Gemälde und Zeichnungen, Plastiken und Skulpturen, befindet sich in den Esslinger und Nürtinger Hauptstellen. Wer die komplette Sammlung, vor allem die druckgrafischen Werke, kennenlernen will, darf eine Rundreise durch den Landkreis nicht scheuen. In vielen Filialen gibt es abgeschlossene Sammlungsblöcke zu bestimmten Themen, so in Kirchheim eine »Sammlung junger Kunst der Achtzigerjahre«, in Wendlingen die »Karlsruher Schule«, in Frickenhausen die »Rössing-Schule « oder in Plochingen Werke HAP Grieshabers. Das Engagement der Kreissparkasse für Kunst ist Ausdruck ihrer Unternehmenskultur. Die drei Aktionsfelder: Ankauf von Werken, Ausrichten von Ausstellungen und Ausloben von Wettbewerben – also Fördern und Erkennen von Nachwuchstalenten – ergänzen und befruchten sich. Mit ihrer Kunst- und Kulturförderung hat die Kreissparkasse Esslingen- Nürtingen Ansehen erworben und sich einen Namen gemacht. Als ebenso erfolgreich wie die Kunstsammlung hat sich die Musikförderung erwiesen. Bereits im 15. Jahr befindet sich die Konzertreihe „Junge Interpreten“, welche junge Musikerinnen und Musiker, die in der Region leben fördern möchte. Die Konzerte - sie finden jeweils am 2. Donnerstag im Monat im Kronensaal der KSK Esslingen statt - haben sich längst einen festen Platz im Esslinger Kulturleben gesichert. Zur Konzeption der Konzertreihe gehört es, den künstlerischen Werdegang der jungen Musikerinnen und Musiker über mehrere Jahre zu begleiten.
Weitere Informationen: Ausstellungen in Esslingen: noch bis 11. September Hans Peter Reuter, Schöne Bilder, vom 22. September 2009 bis 29. Januar 2010: Walter Stöhrer, Existenzielle Malerei, Eröffnung 21. September 2009. Kreissparkasse Kirchheim: noch bis 9. Oktober Erich Mansen, Metier Malerei. Kreissparkasse Nürtingen: 26. Oktober bis 20. November 2009: Alfred Finsterer, Metamorphosen – Farbradierungen, Eröffnung 23. Oktober 2009. Kreissparkasse Echterdingen: 1. Dezember 2009 bis 22. Januar 2010: Fritz Ruoff, Druckgrafik 1940-1982, Eröffnung 30. November 2009. Die Sammlung kann in den verschiedenen Filialen in den Kundenräumen zu den Geschäftszeiten besichtigt werden. Nach Anmeldung können gerne Gruppen durch die Sammlung geführt werden.